Interstitielle Zystitis
Schmerzen in der Blase und ständiger Harndrang, doch der Urin ist steril: das Blasenschmerzsyndrom.
Die interstitielle Zystitis, heute auch Blasenschmerzsyndrom genannt, ist eine chronische Erkrankung, deren Ursache noch nicht bekannt ist. Die Beschwerden ähneln denen einer Blasenentzündung, doch der Urin ist steril: Es sind keine Bakterien vorhanden.
Frauen sind etwa 9-mal häufiger betroffen als Männer, im Durchschnitt um das 40. Lebensjahr; die Erkrankung kann aber auch schon in jungen Jahren auftreten.
Die Beschwerden
- Schmerzen oder Druckgefühl oberhalb des Schambeins, in der Harnröhre oder im Damm, die mit zunehmender Blasenfüllung stärker werden und nach dem Wasserlassen nachlassen
- häufiger und dringender Harndrang, auch nachts
- Brennen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Die Beschwerden bestehen seit Monaten, und ihre Stärke ist sehr unterschiedlich: von leicht bis so stark, dass sie Arbeit, Schlaf und Beziehungen beeinträchtigen.
Wie man zur Diagnose kommt
Es gibt keine spezifische Untersuchung: Es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose. Notwendig sind Urinuntersuchung und Urinkultur, ein Miktionstagebuch, Ultraschall und die Zystoskopie (Blasenspiegelung), die andere Erkrankungen ausschließt und die typischen Hunner-Läsionen (ulzerative Form) zeigen kann.
Die Behandlung
Es gibt nicht die eine Behandlung: Mehrere Ansätze werden schrittweise kombiniert.
- Lebensstil: Nahrungsmittel und Getränke erkennen und meiden, die die Beschwerden verstärken (häufig Kaffee, Alkohol, Zitrusfrüchte, Tomaten, scharfe Speisen), und mit Stress umgehen lernen
- Beckenbodenphysiotherapie, um die Muskeln zu entspannen, nicht um sie zu kräftigen
- Medikamente zum Einnehmen, ausgewählt nach den vorherrschenden Beschwerden
- intravesikale Therapien: Instillationen von Hyaluronsäure, Chondroitinsulfat und anderen Substanzen in die Blase
- endoskopische Behandlung der Hunner-Läsionen
- größere Operationen, nur in extremen und ausgewählten Fällen
Oft ist die Zusammenarbeit im Team aus Urologe, Gynäkologe, Schmerztherapeut, Physiotherapeut und Psychologe nötig.
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349 649 5586Die Informationen auf dieser Website dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keinen Arztbesuch. Bei hohem Fieber mit Flankenschmerzen oder wenn Sie kein Wasser lassen können, wenden Sie sich an die Notaufnahme.